Jever-Feeling auf Töwerland

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Nach der Meisterleistung des Busfahrers, die vielen Kisten und Taschen, Kartons und Tüten, deren Inhalt uns auf Juist vor dem sicheren Verhungern bewahren sollte, im Gepäckfach des Busses zu verstauen, erreichten wir, der Gospelchor Dönberg ’For Heaven’s Sake’ (um des Himmels Willen) und der Jugendchor Dönberg ’Far Furore’ (mit Freude) Norddeich am 28. Mai 2003.

Zeitig genug, um noch ein Vorschiff nach Juist nehmen zu können, wo wir das alljährlich stattfindende Töwerland-Festival mit einem Konzert eröffnen sollten. Auf unserem langen Weg durch das Watt wurden wir von einer Schar Seehunde beobachtet, die sich auf einer Sandbank in der untergehenden Sonne räkelten.

Das Empfangskomitee am Juister Hafen, bestehend aus schon vorgereisten Chormitgliedern, hieß uns mit viel Hallo, bunten Fähnchen und Luftballons willkommen.

So macht Ankommen Freude. Bereits am ersten gemeinsamen Abend wurde viel gequatscht und gesungen.

Bei ebenso strahlendem Sonnenschein stand der nächste Tag ganz im Zeichen des für abends anstehenden Konzertes:
Stellprobe, Choreografiefeinschliff, Elektronik-Soundcheck, kurzes Ansingen, nach einer Pause ein Generaldurchlauf, letzte Absprachen und dann nur noch entspannen.
Ein letzter Blick in den Spiegel, sitzt die Frisur? Hat die Wimperntusche gehalten? Und dann konnte es losgehen.

Doch schon der erste Showeffekt musste kurzfristig geändert werden. Die Kirche war so voll, dass wir unseren temporeichen Auftakt nicht durch die Mitte der Kirche durchführen konnten, sondern durch eine Seitentür auftreten mussten.

Wer hätte das gedacht!

Bei so viel Andrang fiel es uns nicht schwer, dem uns entgegengebrachten Interesse mit Leidenschaft zu begegnen. Wie selbstverständlich sprang das Publikum auf unseren ’Gospeltrain’ auf und ließ sich auch von den langsameren Balladen einnehmen.

Die eingestreuten Moderationen und Übersetzungen rundeten das Programm ab.

Das begeisterungsfähige Publikum trug uns durch ein Konzert, das durch das abwechselungsreiche Programm und auch wegen der erstmalig einstudierten kleinen choreografischen Elemente für uns ein Erlebnis wurde.

Drei Zugaben und ’standing ovations’ bestätigen das Besondere an diesem Auftritt.

Der Abend klang gemeinsam aus … und ein Teil des Chores wurde noch bis in die frühen Morgenstunden in der ’Welle’ gesehen.

Auch am folgenden Tag begleitete uns die Sonne auf unserer Wanderung zur ’Domäne Bill’, einer Gast- und Begegnungsstätte am anderen Ende der (Juister-) Welt. Gemeinsam gestartet, zog sich das Gruppenfeld am Strand bald weit auseinander. Doch kaum ließen sich die Wanderer der ersten Gruppe an einem schönen Fleckchen nieder, gesellten sich alle weiteren wie auf Absprache dazu, sodass wir relativ geschlossen unser Ziel erreichten. Dort spielte die Country Band ’Slow Horses’ zur Kurzweil auf und als die Weil kurz genug war, sammelten wir uns in kleineren Grüppchen um wieder Richtung Unterkunft zu ziehen.

Der Abend stand ganz im Zeichen des Festivals, in jeder Kneipe, an jeder Straßenecke und auf jedem Bürgersteig spielte eine andere Band, jeder Musikgeschmack wurde bedient und wir wären keine Chorsänger, wenn wir nicht hier und da stimmgewaltig mitgesungen hätten.

Die Sonne vom Samstag stand schon hell am Himmel, als die Nachtgestalten sich ans Tageslicht wagten, um sich dem Jever-Feeling, - keine Staus - keine Hektik - keine Termine, hin zu geben.

Doch halt, keine Termine stimmt nicht ganz, am Abend sollten wir wegen des großen Erfolges auch bei der großen Abschlussveranstaltung "Hinter’m Deich" mit machen. Da ließen wir uns nicht lange bitten, wer schließlich ein Festival eröffnen darf, der kann beim Abschluss doch nicht fehlen.

Aber bis dahin war noch genug Zeit, sich seinen ganz persönlichen Eindrücken von der Insel und der Chorfahrt hin zu geben:

Dem Auflaufen der Tide, dem megastarken Wetter, dazu der schier endlos lange und, trotz überfüllter Insel fast leere, feinsandige Strand, einem erfrischenden Bad in der Nordsee, der Gemeinschaft in den WGs oder noch einmal eintauchen in die Massen in denen wir, dank unseres grandiosen Konzertes nicht mehr unerkannt blieben …

Der letzte Abend wurde dann in großer Gemeinschaft in der ’Welle’ begangen und wer bis dahin nicht gemerkt haben sollte, dass wir gerne singen, der musste sich an diesem Abend davon überzeugen lassen.

Kein Lied der NDW blieb von unserer Begleitung verschont, in der ’Welle’ ging es hoch her.

Auch am Tage der Abfahrt schien die Sonne milde auf uns herab und machte die Überfahrt zum Festland zu einem letzten Highlight unserer Erlebnisse. Von Sonne und Wind verwöhnt, entließ uns der Bus bei einem Zwischenstopp in ein heißes Feuchtbiotop, aus dem wir gerne wieder in die klimatisierten Räumlichkeiten zurückkehrten. Absolut pünktlich erreichten wir Dönberg.

Dort wurden wir schon sehnsüchtig von den daheim gebliebenen Chormitgliedern erwartet, die sich fast wie Fremde in den eigenen Reihen fühlen mussten, so eine harmonische und verschworene Gemeinschaft kam von Juist zurück.

Das Abschlusskonzert war das denkbar beste Finale einer grandiosen Chorfahrt.

Die Erinnerungen daran bleiben geprägt von Sonne Wind und Meer und dem guten Verständnis untereinander, das dazu führte, dass wir zwar als zwei Chöre gestartet sind, aber als ein Chor zurückkehrten.

(Presseartikel zum Abschlusskonzert vom 2.6.03)

Sigrid Plutat
Fotos: Peter Niehuus
(info@aufjuist.com)

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